Die Kryptowährungsbörse Gemini, die von den Winklevoss-Zwillingen geleitet wird, sah ihren Aktienkurs nach der Veröffentlichung ihrer ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang um fast 12 % fallen. Trotz eines starken Umsatzwachstums – ein Anstieg von 52 % gegenüber dem Vorquartal auf 50,6 Millionen US-Dollar und einem Handelsvolumen-Anstieg von 45 % auf 16,4 Milliarden US-Dollar – berichtete das Unternehmen für das dritte Quartal einen Nettoverlust von 159,5 Millionen US-Dollar, mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Der Verlust pro Aktie fiel deutlich schlechter aus als von Analysten erwartet, was das Anlegervertrauen weiter trübte.

Die Betriebsausgaben stiegen auf 171,4 Millionen US-Dollar, angetrieben durch höhere Gehälter, Sozialleistungen und eine aggressive Marketingoffensive. Die Einführung der Gemini-Kreditkarte brachte im Quartal 8,5 Millionen US-Dollar ein und hat mittlerweile über 100.000 Konten, wobei die Einnahmen aus Dienstleistungen nahezu auf 19,9 Millionen US-Dollar verdoppelt wurden – fast 40 % der Gesamteinnahmen. Allerdings war das Wachstum nicht ausreichend, um die rasant steigenden Kosten auszugleichen.

Während Gemini in neue Märkte wie tokenisierte US-Aktien und Prognosemärkte expandiert und regulatorische Lizenzen in Europa und Australien gesichert hat, steht das Unternehmen mit einem negativen bereinigten EBITDA von 52,4 Millionen US-Dollar in starkem Gegensatz zu Coinbase, das für denselben Zeitraum einen erheblichen Gewinn berichtete. Außerdem haben Analysten gewarnt, dass das Kreditkartengeschäft Gemini in einer Rezession anfälliger für Kreditrisiken machen könnte.

Gemini prognostiziert, dass die Einnahmen aus Dienstleistungen und Zinsen im Jahr 2025 steigen werden, erwartet jedoch, dass die Kosten – einschließlich Technologie, Verwaltung und Marketing – hoch bleiben. Das Unternehmen betont das Ziel der Diversifizierung der Einnahmen und Investitionen in neue Bereiche, gibt jedoch zu, dass das Kostenmanagement entscheidend für die Erzielung von Rentabilität sein wird. Die politische Überprüfung hat ebenfalls zugenommen, nachdem die Winklevoss-Zwillinge erhebliche Spenden getätigt haben, was Fragen nach möglichem regulatorischen Vorteil aufwirft.

Während Gemini ehrgeizige Wachstumspläne vorantreibt und versucht, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, bleibt die Aufrechterhaltung eines raschen Wachstums ohne strikte Kostenkontrolle die größte Herausforderung.